"Und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel"

Erstmal setzen lassen, dachte ich, nachdem der Tag der Schiffstaufe vorüber war. Erstmal setzen lassen darum, weil ich den Eindruck hatte, im Überschwang der Gefühle ansonsten womöglich allzu enthusiastisch über den Ehrentag von „Bookje – Dat Leseboot“ zu berichten.

Okay, ich lag daneben. Nicht mit der anfänglichen, einer guten Portion Adrenalin und Glückshormonen geschuldeten Euphorie, sondern mit der Einschätzung, meine Sicht auf die Dinge könne nach knapp einer Woche eine andere sein, als nach einem Tag.

Denn auch heute Morgen noch, als ich während des alltäglichen Hundespaziergang durch die Wiesen Ostfrieslands streifte und über diesen Blog-Eintrag nachdachte, war prompt wieder dieses Gefühl da: Ein Gefühl der Freude, des Glücks, der Dankbarkeit.

Vor meinem inneren Auge sehe ich auch heute noch strahlende Gesichter, höre fröhliches Gelächter, sehe schunkelnde Menschen beim Auftritt des Shantychors – und esse ein fantastisches Essen, das sicherlich seines Gleichen sucht.

Ich hatte mir diesen Tag, den Pfingstsonntag 2016, schon Wochen, ja Monate zuvor schön ausgemalt. Sonniges Wetter würden wir (meine rund 80 Gäste und ich) haben, ein hübsch ausstaffiertes Bookje würde sanft auf den Wellen schaukeln, der Bingumer Shantychor würde durch seinen Auftritt das maritime Flair beisteuern, wir würden eine lustig-launische Taufrede meiner wunderbaren Kollegin Nika Lubitsch hören, ein Glas voller Champagner auf dem Vordeck zerspringen sehen und dann alle gemeinsam in fröhlicher Runde beisammensitzen, gutes Essen genießen, Papierschiffchen basteln und zu Wasser lassen, das internationale Flaggenalphabet zu entziffern versuchen und irgendwann mit bester Laune und in schöner Erinnerung an einen gelungenen Tag wieder nach Hause bzw. ins Hotel gehen.

Soweit die Theorie. Und soweit die Praxis. Denn all das, was ich mir so schön ausgemalt hatte, wurde so und noch viel schöner Wirklichkeit. Bis aufs Wetter. Das war eher friesisch herb. Aber es hat nicht gestört, weil alles andere stimmte.

Bleibt mir nur noch danke zu sagen. Danke an alle, die bei den Vorbereitungen der Schiffstaufe geholfen haben, vor allem an meine Crew bestehend aus Volker (millionenfach Danke!) und Marina. Danke an Nika Lubitsch für ihre spontane Bereitschaft, die Taufpatenschaft zu übernehmen, danke an den Bingumer Shantychor, danke an die Leeraner Hafenbar für den tollen Service und das noch tollere Essen, danke an den Fotografen Oliver Nauditt für die sehr gelungenen Bilder, die exakt die Stimmung widerspiegeln, die ich empfunden habe.

Und natürlich danke an die fantastischsten Gäste, die es gibt. Ihr habt keine Ahnung, wie glücklich ihr mich gemacht habt!